

FAQs
Die Strecke wurde 1969 aus Rentabilitätsgründen im Personenverkehr stillgelegt. Warum sollte sie heute also rentabler sein?
In der Vergangenheit fuhren nur wenige Züge zwischen Singen und Etzwilen, die oft an der Grenze längere Aufenthalte hatten. In Zukunft würden die Züge beschleunigt im regelmäßigen 30min-Takt fahren und an den Endpunkten beste Anschlüsse bieten. Grenzübertritte sind heute kein Problem mehr. Die Umgebung der bestehenden Bahnhöfe ist dichter besiedelt als damals und es kommen neue Haltestellen mitten in der Wohnbebauung hinzu. Außerdem ist heute das allgemeine Umweltbewusstsein größer.
Die Studie zeigt: Die Züge wären voll! Lesen Sie hierzu auch gerne unseren Beitrag zum großen Erfolg anderer Reaktivierungen, Würde man die vorgeschlagene Verbindungskurve bei Etzwilen bauen, kämen als neue attraktive Ziele noch Stein am Rhein und Winterthur umsteigefrei hinzu.
Würde es an den Bahnübergängen zu langen Staus kommen, etwa am Kreisverkehr der Georg-Fischer-Straße?
Die Schranken werden viermal pro Stunde den Individualverkehr für jeweils 1 Minute stoppen, auch am Kreisel der Georg-Fischer-Straße. Das bedeutet aber im Umkehrschluss: 56 Minuten freie Fahrt für Autos. Das befürchtete Verkehrschaos wird es dadurch nicht geben. Im ungünstigsten Fall (die Schranken gehen gerade runter) verlängert sich eine Autofahrt um 1-2 Minuten. Die weitaus meisten Fahrten verlängern sich gar nicht.
Wird die Buslinie 402 nur noch bis zum Bahnhof Rielasingen fahren und daher Worblingen seine Direktverbindung nach Singen verlieren?
Aus unserer Sicht bestehen gute Gründe für eine Beibehaltung der Buslinie 402 nach Singen, auch nach Inbetriebnahme des Hegauhas. Bus- und Bahnlinie bedienen zwischen den Bahnhöfen Rielasingen und Singen verschiedene Bereiche Rielasingens und der Singener Südstadt. Beispielsweise kann das Friedrich-Wöhler-Gymnasium nur über die Buslinie angebunden werden.
Das Fahrgastpotential ist ausreichend für vier Verbindungen pro Stunde und Richtung zwischen beiden Gemeinden. Wer von Rielasingen zum Bahnhof Singen und ins Stadtzentrum möchte, nutzt zukünftig den Hegauhas. Da ein kannibalisierender Parallelverkehr von Bus und Bahn vermieden werden muss, sollte der Bus aus unserer Sicht in Singen statt des Bahnhofs andere attraktive Ziele anfahren, die bisher von Rielasingen-Worblingen aus nicht direkt erreichbar sind.
So schlagen wir als neues Ziel der Buslinie 402 das Hegau-Bodensee-Klinikum vor. Auf diese Weise könnten ambulante Patienten, Besucher und Mitarbeiter aus Rielasingen-Worblingen direkt zum Krankenhaus und zurück gelangen. Unterwegs wird in Singen die Haltestelle Rathaus erschlossen. In deren unmittelbarer Umgebung befinden sich
- Hegau-Gymnasium
- Ekkehard-Realschule
- Einkaufsgegend Scheffelstraße
- Jugendmusikschule
- Stadthalle und Rathausplatz mit Weihnachtsmarkt und anderen Veranstaltungen
- Stadtmuseum und Kunstmuseum
- Färbetheater, Kulturzentrum GEMS, Open-Air-Kino
- mehrere Restaurants
Solange das Krankenhaus noch an alter Stelle steht, liegen auch die neue Scheffelhalle, das Aachbad und die ehemalige Landesgartenschau mitsamt Bahnhaltestelle am Weg der Buslinie. Sobald das neue Krankenhaus eröffnet ist, könnte die Buslinie problemlos dorthin umgelenkt werden.
An ihrem anderen Ende sollte die 402 bis zum Bahnhof Radolfzell verlängert werden. Auf diese Weise entstünde eine auf ganzer Länge nutzenstiftende Buslinie, die den Hegauhas hervorragend ergänzt und nebenbei zahlreiche aktuell bestehende Angebotslücken schließt (grüne Linie auf der Übersichtskarte).
Werden Reisende die Parkplätze in Wohngebieten in der Nähe der Haltestellen benutzen, um dann zum Singener Hauptbahnhof zu fahren und dort Fernzüge zu nehmen?
Die neuen Haltestellen sind für die Einwohner im Einzugsbereich gedacht, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Haltestelle kommen können. Park&Ride-Plätze für Autos machen an diesen Haltestellen keinen Sinn. Daher sollte im unmittelbaren Umfeld Anwohnerparken eingerichtet werden. Für Fernreisende stehen am Singener Bahnhof zahlreiche Parkhäuser zur Verfügung.
Wird das Gleisbett mit Glyphosat oder anderen Unkrautvernichtungsmitteln bespritzt?
Die deutsche Bahn benutzt schon seit 2023 kein Glyphosat mehr: www.deutschebahn.com/de/presse/pressestart_zentrales_uebersicht/DB-besiegelt-Glyphosat-Ausstieg-ab-2023–10414622
Daher wird laut Machbarkeitsstudie bei der Überarbeitung des Gleises eine Vliesunterlage eingebracht. So können keine Pflanzen mehr durchwachsen und es wird kein Unkrautvernichtungsmittel benötigt.
Sind 3 Haltestellen auf der kurzen Strecke zwischen Singen und Rielasingen nicht etwas viel?
Das Gebiet entlang der Strecke zwischen Singen und Rielasingen ist fast durchgehend bebaut. Es würde keinen Sinn ergeben, wenn die Bahn an den Häusern nur vorbeifährt ohne anzuhalten. Es sollen möglichst alle, die in der Nähe wohnen, etwas von dem zusätzlichen Mobilitätsangebot haben.
Stadtbahnen in Großstädten haben einen ähnlichen Haltestellenabstand. Singen sieht sich gern als urbanes Zentrum im Hegau, da passt eine Stadtbahn gut ins Bild.
Trotz der vielen Haltestellen ist die geplante Bahn auf diesem Abschnitt konkurrenzlos schnell. Die kurzen Fahrzeiten sind mit keinem anderen Verkehrsmittel auf dieser Verbindung möglich.
Kann die Bahn auch weiter in die Schweiz fahren?
Da es sich um ein “Streckenwiederbelebungsprogramm” des Landes Baden-Württemberg handelt, wurde die Machbarkeitsstudie nur für den deutschen Streckenteil bis zum Grenzbahnhof Ramsen beauftragt. Trotzdem wurde auch die Weiterführung in die Schweiz betrachtet, da der Lückenschluss bis zur nächsten in Betrieb befindlichen Schweizer Bahn nur kurz wäre.
Diese Weiterführung würde der Studie zufolge Sinn ergeben, wenn man bei Etzwilen eine wenige hundert Meter lange neue Verbindungskurve baut, so dass die Züge direkt nach Stein am Rhein fahren könnten. Dort würden sie nach einem Fahrtrichtungswechsel wie in einem Kopfbahnhof anschließend nach Winterthur weiterfahren. Die Städte Winterthur und Singen ließen sich auf diese Weise in unter einer Stunde Fahrzeit per Bahn verbinden, was mit der Fahrzeit im Auto konkurrenzfähig wäre. Wichtigste Unterwegshalte wären Rielasingen und Stein am Rhein.
Die Verbindungskurve ist in der Ausbaustufe 2035 für das Schweizer Bahnnetz nicht vorgesehen. Auch auf lokaler Ebene gibt es noch Vorbehalte. Wir gehen davon aus, dass bei erfolgreichem Betrieb des Hegauhas auf deutscher Seite auch in der Schweiz schnell das Potential einer Verbindung der wichtigen Städte Winterthur und Singen gesehen würde. Die Schweizer Bahnlinie S29 würde durch überregionale Reisende zwischen Singen und Winterthur besser ausgelastet werden als heute. Die ganze Region könnte so grenzüberschreitend näher zusammenrücken.
Was kann gegen den Lärm der Bahn unternommen werden?
Die vorgesehenen modernen, elektrisch betriebenen Bahnen sind ziemlich leise und haben lokal keine Emissionen. Allgemein wird ihr Rauschen als angenehmer empfunden als der Klang eines Dieselfahrzeugs auf Straße oder Schiene. Wahrscheinlich gibt es zur Bahneröffnung in zehn Jahren noch leisere Modelle. Natürlich können bei Bedarf auch Lärmschutzfenster und Lärmschutzlüfter an den Häusern helfen. Hier ein Beispiel-Video, das zeigt, wie sich die Vorbeifahrt anhört und wie kurz die Vorbeifahrt dauert.
Was ist unsere Vision für Rielasingen-Worblingen?
Wem als Person oder Unternehmen ein moderner, verlässlicher Nahverkehr wichtig ist, der entscheidet sich heutzutage nicht für Rielasingen-Worblingen oder zieht von sogar von dort weg. In zehn Jahren, wenn der Hegauhas kommt, ist der Bahnanschluss als Standortfaktor aller Voraussicht nach noch wichtiger als heute.
Lasst uns mit modernen komfortablen und leisen Elektrobahnen am Stau vorbei ins Stadtzentrum fahren! Hinzu kommen noch moderne Busse direkt zum Krankenhaus und nach Radolfzell.
Wer übernimmt die Investitionskosten?
Da die Bahnanlagen durch die Museumsbahn in gutem Zustand gehalten wurden, sind die Investitionskosten im Vergleich zu anderen Projekten mit ca. 20 Mio Euro eher gering. Zum Vergleich: Der ebenfalls wichtige Ausbau der Bodenseegürtelbahn Radolfzell-Friedrichshafen wird derzeit auf ca. 650 Mio Euro Kosten geschätzt.
Die Finanzmittel für die Planung müssen derzeit noch von den kommunalen Vorhabenträgern in Vorleistung erbracht werden und werden später über die GVFG-Förderung von Bund (Planungskostenpauschale 10% der zuwendungsfähigen Kosten) und Land (zusätzlich 57,5% der vom Bund nicht abgedeckten Grund-, Bau- und Planungskosten) größtenteils zurückerstattet.
Am Ende bleiben an den beiden Gemeinden Singen und Rielasingen-Worblingen jeweils nur 1 Mio Euro als einmaliger Kostenpunkt hängen. Wenn man den Nutzen über viele Jahrzehnte hinaus bedenkt, ist das sehr gut angelegtes Geld. Selbst wenn die Kosten am Ende doppelt so hoch ausfallen sollten, wäre das also immer noch günstig.
Wer übernimmt die Kosten für den laufenden Betrieb der Bahn?
Das Fahrgastpotential des Hegauhas ist so hoch, dass er locker die Kriterien erfüllt, nach denen das Land Baden-Württemberg 100% der Betriebskosten übernimmt.
Die Vergabe erfolgt übrigens grundsätzlich nach zeitlicher Reihenfolge der Reaktivierungen/Anträge. Das heißt: Würde der Hegauhas nicht verwirklicht, werden die Mittel nicht eingespart, sie fließen nur anderswo hin.
Wie haben es andere Regionen geschafft, ihre stillgelegte Bahnlinie zu reaktivieren?

Eine beeindruckende Erfolgsgeschichte in diesem Bereich ist zum Beispiel die Schönbuchbahn. Dort haben Entscheidungsträger vor Ort mit viel Weitsicht und persönlichem Engagement das Unmögliche möglich gemacht.
Ein etwas älterer Bericht aus der Sendereihe Eisenbahnromantik aus dem Jahr 1997 beleuchtet schön, wie man dort damals vorgegangen ist.
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04.09.2024

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